Stühlinger Brücke
Die unter Denkmalschutz stehende Stühlinger Brücke, deren offizieller Name Wiwilli-Brücke lautet - ist ein rund 158 Meter langes Brückenbauwerk aus dem Jahre 1886, das zuletzt 2008/09 umfangreich saniert wurde. Die Brücke verbindet für Fußgänger und Fahrradfahrer die Innenstadt über den Konrad-Adenauer-Platz Freiburg mit dem Freiburger Stadtteil Stühlinger.Erbaut wurde die Stühlinger Brücke als Fachwerkbrücke vom Kirchenbaumeister Franz Meckel (1847-1910), der auch die Herz-Jesu-Kirche Freiburg geplant hatte. Im Jahr 1909 fuhr mit dem "Hobel" die erste Straßenbahn über die Stühlinger Brücke, seit 1963 VAG-Busse und ab 1996 dürfen nur noch Fußgänger und Radfahrer die Brücke überqueren. Der Freiburger Stadtteil Stühlinger entstand vor dem Brückenbau ab dem Jahr 1875 westlich des Hauptbahnhofes. Bis dahin waren zwischen dem Bahnhof und den Dörfern Betzenhausen und Lehen im Westen Freiburgs nur Wiesen und Felder. Der Name Stühlinger wurde durch den Besitz der Herren von Stühlingen aus dem Klettgau abgeleitet, die hier einige Fluren (Grundstücke) besaßen. Der neue Stadtteil wuchs rasch an, ließen sich doch zahlreiche Firmen und Arbeiter im neuen Stadtteil innerhalb weniger Jahre nieder.
Der Bahnhof Freiburg wurde bereits 1845 einweiht und teile das alte Freiburg zu dem sich rasch entwickelten Westen im ausgehenden 19. Jahrhundert. So brauchte man eine Verbindung zwischen dem alten Freiburg und dem Stadtteil Stühlinger über oder unter dem Bahnhof. Während man sich im Norden für eine Bahnunterführung entschied, baute man im Süden des Bahnhofes die noch heute stehende blaue Eisenfachwerkbrücke. Diese Art der Brücken war eine Spezialität der Gründerzeit, die man heute in Deutschland nur noch selten sieht. Deshalb muss man glücklich sein, dass beim Bau der neuen Brücke zu Beginn der 1980iger des letzten Jahrhunderts über den Bahnhof nicht das Todesurteil über die alte Eisenfachwerkbrücke gefällt wurde. Die 1886 fertig gestellte Brücke taufte man zur feierlichen Eröffnung "Kaiser-Wilhelm-Brücke", zu Ehren des damaligen amtierenden deutschen Kaisers. Doch im Volksmund setzte sich diese Bezeichnung nicht durch.
Die Freiburger nannten sie nur die "Stühlinger Brücke" oder auch "Blaue Brücke" nach ihrer weithin schimmernden blauen Farbe. So heißt sie auch heute noch, auch wenn stets "krampfhaft" versucht wird, ihr einen neuen Namen zu geben. Der Verlauf von Osten nach Westen ist direkt auf das Portal der Stühlinger Herz-Jesu-Kirche zugewandt, die sich über dem Stühlinger Kirchplatz erhebt. Nach Osten endet die Brücke mit einem Fußweg zum KTS oder für die Fahrradfahrer zur Sedanstraße Freiburg. Am Westende der Brücke ist heute die Fahrradstation zu Hause, die nicht nur das sichere Parken des Zweirades, sondern auch Beratung und den Kauf von Fahrrädern anbietet. Die neue benachbarte Freiburger Stadtbahnbrücke über den Bahnhof für die Straßenbahnen wurde 1983 fertig gestellt. Sie war nötig geworden, da der Westen von Freiburg in den 1970er und 1980er am stärksten gewachsen war. Der tägliche Individual- und öffentliche Nahverkehr war über die Unterführung im Norden sowie die Stühlinger Brücke im Süden nicht mehr zu bewältigen.
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