Konzil von Konstanz (1414-1418)
Unter der Macht und dem Einfluss des französischen Königs wurde der Sitz des Papstes im Jahr 1305 von Rom nach Avignon verlegt. Die großartigen Paläste lassen sich heute noch in der südfranzösischen Stadt der Provence bewundern. Doch die Abhängigkeit vom französischen Königshaus störte die Kirche, und so war es nur eine Frage der Zeit, bis sich ein Papst wieder nach Rom zurückzog. Doch auch dort geriet der Papst unter den Druck der Italiener. Als der Papst starb wurde die Kirche unter Druck gesetzt, einen Nachfolger für Rom zu wählen. Selbiges verlangte aber auch das französische Königshaus für Avignon. Das Durcheinander war schließlich perfekt, als plötzlich zwei Päpste in Rom und Avignon amtierten. Wem sollten die Gläubigen nun folgen? Einem Papst in Rom oder einem Papst in Avignon? Auch die Kirche war gespalten. Die einen unterstützen den Papst in Frankreich, die anderen den Papst in der alten Stadt Rom. Im Konzil von Pisa im Jahr 1409 versuchte man für die chaotische Situation erstmals eine Lösung zu finden. Man wählte nun einen neuen Papst, der für alle gelten sollte. Doch die anderen zwei gewählten Päpste erhoben weiterhin ihren Anspruch auf das Amt, so dass schließlich nach dem Konzil in Pisa ganze drei amtierende Päpste vorhanden waren. Die Situation schien zu eskalieren. In dieser Situation rief nun schließlich der deutsche König Sigismund das Konzil zu Konstanz am Bodensee ein. Die drei Päpste kamen, ebenso wie Kardinäle, Bischöfe und natürlich jede Menge Personal. Aus der beschaulichen Stadt Konstanz mit knapp über 5.000 Einwohnern wurde in kurzer Zeit eine Großstadt. Zeitweise hielten sich mehr als 15.000 Menschen in Konstanz auf und auch, so weiß man aus sicheren Quellen, eine ganze Armee von Prostituierten. Nach Jahren Konzil in Konstanz einigte man sich schließlich auf einen neuen Papst, der von allen Parteien anerkannt wurde. Sein Name war Papst Martin V.Anzeige